Freitag, 11. März 2016

Interview mit Lessing über die Aufklärung



Reporter: Guten Tag, Herr Lessing. 

Gotthold Ephraim Lessing: Guten Tag.

Reporter: Sie sind heute extra wieder gekommen, um sich in unserer heutigen Welt anzuschauen, wie aufgeklärt und tolerant sie ist.

Lessing: Ja, als ich noch auf der Welt war, war noch kaum jemand aufgeklärt und die Adligen hatten leichtes Spiel, die Bevölkerung zu bevormunden. Dies lag allerdings auch an der Unmündigkeit der Menschen, also dem Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Diese Unmündigkeit wurde allerdings auch dadurch gefördert, dass die Menschen keinen Mut hatten, sich einen eigenen Wissensstand anzueignen.

Reporter: Sie hatten jetzt ja schon ein bisschen Zeit, sich hier umzuschauen. Wie denken sie, ist es heute? Es gibt jetzt viele andere Quellen, um sich Wissen anzueignen, als zu ihrer Zeit, beispielsweise das Internet.

Lessing: Die Menschen haben durch diese Quellen wie das Internet  eine bessere Aufklärung, da sie immer, wenn sie etwas nicht wissen, eine Suchmaschine anwerfen und suchen, was es bedeutet. Dadurch haben sie einen höheren Wissensstand, welcher ihnen hilft, mehr von der Welt zu verstehen.  Allerdings kann dieses Internet auch missbraucht werden, da man dort auch falsche  bzw. unzureichende Informationen findet und viele Menschen alles glauben, was darin steht. Man sollte heutzutage nicht nur dem Internet trauen sondern auch andere Quellen durchsuchen. Dies wird in der heutigen Zeit allerdings nicht mehr gemacht, da die Menschen lieber bequem auf der Couch sitzen und nicht mal aufstehen wollen.

Reporter: Haben Sie auch konkrete Beispiele dafür gefunden, dass jemand falsch bzw. unvollständig aufgeklärt ist, trotz des Internets?

Lessing: So kann man das nicht sagen, da die Menschen nur über das aufgeklärt sind, was sie wirklich interessiert. Durch ihre Eltern und ihre Freunde sind sie geprägt wurden und lernen durch sie das Meiste. Den Rest kann man sich heute leicht aneignen, da ,fast, alle Menschen Zugriff auf das Internet haben. Wenn Menschen falsch aufgeklärt sind, liegt dies allerdings daran, dass sie sich einbilden, recht zu haben, beispielsweise weil ihnen ihre Eltern das so beigebracht hatten. 

Reporter: Für Sie ist Toleranz ebenfalls ein wichtiger Teil der Aufklärung, doch die aktuellen Vorkommnisse, vor allem in Sachsen, zeigen jetzt, dass viele Menschen scheinbar nicht aufgeklärt sind, denn sie sind nicht tolerant.
 
Lessing: Ich war wirklich schockiert, als ich von den Vorkommnissen in einigen Städten bzw. Dörfern hörte. Die Menschen stehen zu mehreren Hundert da und hetzen gegen Flüchtlinge. Diese können doch auch nichts dafür, dass in ihren Ländern Krieg ist, außerdem verlässt niemand freiwillig seine Heimat. Diese Vorkommnisse zeigen mir, wie unaufgeklärt einige Menschen sind, obwohl sie alle Mittel zur Verfügung hätten, um sich mal mit dem Leiden der Menschen zu beschäftigen. Zu meiner Zeit war so etwas auch im Trend und ich dachte, die Menschen haben sich weiterentwickelt, aber scheinbar ist die Evolution bei manchen Menschen leider vollkommen stehen geblieben.

Reporter: Das sind ganz schön harte Worte, aber viele Menschen denken bestimmt auch so. Dankeschön Herr Lessing, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben und Ihnen hier noch eine schöne Zeit! Auf Wiedersehen.

Lessing: Dankeschön. Auf Wiedersehen.
                                                                                                                 
    (verfasst von Vincent Lamping)

Mittwoch, 9. März 2016

Figurenkonstellation in Nathan der Weise

(zusammengestellt von Vincent Lamping und Feliks Retschke)

Nathan und der Tempelherr

In diesem Post widme ich mich dem Gespräch zwischen Nathan und dem Tempelherren im  2. Aufzug,  5. Auftritt. Dabei charakterisiere ich das Verhalten der beiden Personen.

Nathan:

- freundlich obwohl er weiß das ihn der Tempelherr Vorurteile hat (V.1201)
- versucht nicht ausfällig zu werden (V.1206)
- will dem Tempelherrn helfen (V.1232)
- ist dem Tempelherren dankbar, weil er Recha aus einem brennenden Haus gerettet hat (V.1249)
- ist intelligent (bekommt vom Tempelherren ein Kompliment) (V.1260)
- denkt, dass alle Menschen allen Menschen helfen sollten (Toleranz) (V.1271-1275)
- möchte sich mit dem Tempelherren anfreunden (V.1306)
- ist sehr weise (Nathan fordert, dass Christ und Jude Freunde werden sollten, da sie alle gleiche   Menschen sind) (V.1310)


Tempelherr:

- herablassend (V.1200)
- intolerant (V.1200)
- hat Respekt vor Nathans Weisheit (V.1192)
- mag Nathan, will es aber nicht preisgeben, weil er nicht mit einem Juden befreundet sein will  (V.1195-1197)
- verdutzt, da er nicht wusste,dass er Nathans Tochter aus dem brennendem Haus gerettethat (V.1213)
- mit Vorurteilen belastet da er sein Leben "selbst für eine Jüdin" geben würde(V.1221)
- stur (will den Dank nicht akzeptieren) (V.1253)
- ist von Nathan überzeugt und bereut intolerant gewesen zu sein (V.1304)

->Der Tempelherr wird Nathans Freund.

->Der Auftritt zeigt, dass Nathan den erst intoleranten Tempelherren, zum Schluss mit gezielten und guten Argumenten in einen toleranten Menschen verwandeln kann.

->Die Erziehung Nathans ist, dass er dem Tempelherren beweist, dass Menschen unterschiedlicher Religionen keine Feinde sein müssen, sondern auch Freunde sein können.


(verfasst von Clemens Boden)

Montag, 7. März 2016

Was ist Aufklärung?

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sicher seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! Ist also der Wahlspruch der Aufklärung. [...]"
Auszug aus Immanuel Kant: „Was ist Aufklärung?“ (1784)
http://www.philosophers.co.uk/immanuel-kant.jpg
Immanuel Kant (Philosoph)
Immanuel Kant (1724-1804) richtet sich mit diesem Ausspruch an diejenigen, die zu faul sind selbst nachzudenken und sich eine eigenen Meinung zu bilden und stattdessen auf die allgemein vorherrschende Meinung der Herrschenden/Führenden vertrauen. Er kritisiert, dass genau das viel zu wenig Menschen tun, da sie entweder den Mut dazu nicht besitzen oder sich einfach nicht dafür entscheiden können.
Kant spricht außerdem über "die Anderen". So bezeichnet er die Menschen, die andere Menschen dazu auffordern, ihre Meinung zu teilen, sie "leiten" also das Denken ihrer Anhänger.
Also leben wir heute in einem aufgeklärten Zeitalter? Nun, teilweise, würde ich sagen, denn es gibt mehr Leute als früher, die sich ihre eigene Meinung bilden und diese dann auch vertreten. Doch es gibt nach wie vor Leute, die einfach alles glauben, was ihnen gesagt wird und die Meinung haben, die am häufigsten vertreten ist, da sie denken, dass diese automatisch die richtige ist. Doch auch Viele können irren! Daher gilt: "Sapere aude!"-Wage es, weise zu sein!

(verfasst von Sascha Jr. Schönfeld)

Mittwoch, 2. März 2016

Zeit der Kreuzzüge, Tempelorden und Lessings "Nathan der Weise"

http://www.fuhrmann-figuren-shop.de/WebRoot/Store14/Shops/15505724/47A7/ADE7/3C1C/2C35/7205/C0A8/28B9/A982/italeri-6125-kf.gifNathan der Weise spielt zur Zeit des dritten Kreuzzugs. "Die Kreuzzüge" sind in die Geschichte eingegangen, da sie das Bestreben der mittelalterlichen Kirche beschreiben, dass diese über die Gebiete um Jerusalem Herr werden wollte. Papst Urban II. rief 1095 den ersten Kreuzzug aus, um das heilige Land zurüchzuerobern, was schließlich 1099 gelang. Jerusalem wurde erst 1187, nach dem zweiten Kreuzzug, von Sultan Saladin zurückerobert. Nach drei Jahren Krieg scheiterte der dritte Kreuzzug und die deutschen und französischen Krieger kehrten kriegsmüde zurück. Jerusalem war bis ins 20. Jahundert Teil der arabischen Welt. Im Zuge der Gründung des Staates Israel 1948 wurde Jerusalem wieder von einer jüdisch stämmigen Bevölkerung angesiedelt.

Die ersten Ritterorden wurden mit dem Sieg gegen 1099 gegründet. Der Bekannteste ist der Orden der Templer ("Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem"). Der Orden war direkt dem Papst untergeordnet und konnte deshalb unabhängig von teritorialen konflikten agieren. Der Orden gewann bis ins 14. Jahrhundert immer mehr Macht und wurden schließlich 1322 ausgelöscht. 

(verfasst von Feliks Retschke)

Montag, 29. Februar 2016

Leben im 18. Jahrhundert

Mit dem 18. Jahrhundert besserten sich die Lebensverhältnisse des gemeinen Volkes ins Positive. Hungersnöte gehörten der Vergangenheit an. Industrie, Handel und Wirtschaft florieren. Bis auf den Siebenjährigen Krieg gab es in Deutschland zu dieser Zeit keine militärischen Auseinandersetzungen.

http://cdn.mybude.com/drucklettern.jpg
Arbeit im 18. Jahrhundert


Das Leben bestand damals aber nicht nur aus Arbeit. Theater genossen  besondere Beliebtheit, insbesonders Musiktheater (z.B. Mozart). Jedoch waren heutige Klassiker wie Goethe, Schiller und Lessing wenig populär. Das Publikum wollte Lustspiele von August Wilhelm Iffland und August von Kotzebue sehen. Außerdem konnte man sich, zumindest in größeren Städten, in Kaffeehäusern vergnügen, welche zugleich Bibliotheken, Ausstellungsorte, Kunstauktions-, Theater- und Konzerthäuser waren. Billard entwickelte sich zu einem Kultspiel. Kaffeehäuser waren damit ein Ort der Ruhe und des Vergnügens. So wurden Zeitungen und Journale, wie das "Journal des Luxus und der Mode" gelesen. In Mitte des 18. Jahrhunderts erfuhr die Mode einen Aufschwung. Das Volk wendete sich von der Pariser Eleganz ab. Engländer Mode, die sich durch Schlichtheit auszeichnete, wurde bevorzugt.

Auch die Innenausstattung der Bürgerhäuser erfuhr eine Änderung. Alte Kastenmöbel (Truhen) wurden durch Schrankmöbel (z. B. Kommode) ersetzt, harte Stühle und Bänke durch Polstermöbel. Tische gab es nun in vielen verschiedenen Ausführungen. Wer es sich leisten konnte, nutzte Geschirr aus Silber und Porzellan oder ersetzte das alte Zinngeschirr durch Steingut. Wand- und Wohnungschmuck erfreute sich großer Beliebtheit: Bilder, Uhren, Gipsfiguren, Schrankaufsätze, Gardinen, Teppiche und Textiltapeten waren in immer mehr Haushalten zu finden. Als Novum findet der Spiegel Eingang in die bürgerliche Wohnung

(verfasst von Clemens Boden und Martin Prescher) 

Dienstag, 23. Februar 2016

Eine kurze Biographie Lessings

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cd/Gotthold_Ephraim_Lessing.PNG

Gemälde von Anna Rosina de Gasc

Gotthold Ephraim Lessing, so sein voller Name, war ein Schriftsteller, der im 18. Jh. lebte. Er wurde 1729 in Kamenz als Sohn eines protestantischen Pfarrers und einer Pfarrerstochter geboren. Er bekam zunächst Hausunterricht bei seinem Vater und ging dann ab 1741 auf die Fürstenschule St. Afra in Meißen, die er bis 1746 besuchte und auf der er auch erste Versuche schriftstellerischer Tätigkeiten unternahm. Er war allerdings so gut, dass er sogar vorzeitig aus der Elite-Schule entlassen wurde und studierte nun Theologie in Leipzig. Doch selbstverständlich galt sein eigentliches Interesse dem Theater und so kam es 1748 zur Aufführung seines ersten Stücks "Der junge Gelehrte" (Komödie). Er zog dann später allerdings nach Berlin, da er in Leipzig Gläubiger hatte. In der Zeit von 1748-1756 veröffentlichte er viele Rezensionen zu diversen wissenschaftlichen und literarischen Arbeiten, schloss Freundschaften mit vielen der bedeutensten Autoren seiner Zeit und verfasste weitere Theaterstücke. Er kam viel herum, begann eine Weltreise, hatte Anstellungen bei wichtigen Personen, wie Sekretär eines Generals, zog nach Hamburg und war dort ein Dramaturge am Nationaltheater, welches allerdings 1768, also ca. ein Jahr nach Eröffnung, schon wieder schloss. Er war dann Biblothekar und verlobte sich schließlich 1771 mit der Kaufmannswitwe Eva König, welche er 1776 dann auch heiratet. Eva bekam 1777 einen Sohn, der jedoch gleich am ersten Tag starb. Im darauffolgenden Jahr stirbt auch Eva. 1779 verfasst er schließlich sein berühmtestes Werk: Nathan der Weise. Er stirbt am 15.02.1781 in Braunschweig.

 (verfasst von Sascha Jr. Schönfeld)